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	<title>Biblionik &#187; SWD</title>
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	<description>Zur Revolutionierung von Bibliothek und Wissensorganisation durch das Internet</description>
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		<title>Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; einfach anfangen?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 22:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lambert Heller</dc:creator>
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In dem zurückliegenden Beitrag Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; eine Spielidee hatte ich die Grundidee und die Potentiale einer kollaborativen Sacherschließung der Wikipedia-Community mittels der Wikipedia als Quasi-Thesaurus zur Diskussion gestellt. Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, zunächst einen Blick in den alten Beitrag zu [...] <a href="http://feedproxy.google.com/~r/biblionik/~3/wzW0gmbcJDU/">Weiterlesen <span>&#8594;</span></a> <a href="http://feedproxy.google.com/~r/biblionik/~3/M7HiEjlJNzw/">Weiterlesen <span>&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>
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<abbr class="unapi-id" title="http://biblionik.de/?p=210"><!-- &nbsp; --></abbr></p>
<p>In dem zurückliegenden Beitrag <a href="http://biblionik.de/2010/08/04/sacherschliessung-mit-wikipedia-spielidee/" class="liinternal">Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; eine Spielidee</a> hatte ich die Grundidee und die Potentiale einer kollaborativen Sacherschließung der Wikipedia-Community mittels der Wikipedia als Quasi-Thesaurus zur Diskussion gestellt. Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, zunächst einen Blick in den alten Beitrag zu werfen.</p>
<p><span id="more-210"></span></p>
<h2>Wie wird ein Aufsatz in und mit der Wikipedia erschlossen?</h2>
<p>Um in diesem neuen Blogbeitrag zur Diskussion zu stellen, wie so etwas aussehen könnte, habe ich mit einigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mock-up" rel="nofollow" class="liwikipedia">Mock-ups</a> die Erschließung eines realen Aufsatzes in und mit der Wikipedia dargestellt.</p>
<p>Mein Ausgangspunkt ist die frei zugängliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preprint" rel="nofollow" class="liwikipedia">Preprint</a>-Version des Zeitschriftenaufsatzes <a href="https://lirias.kuleuven.be/handle/123456789/218415" class="liexternal">Credit Rating Prediction Using Ant Colony Optimization</a> von David <em>Martens</em> et al. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld_Academic_Search_Engine" rel="nofollow" class="liwikipedia">BASE (Bielefeld Academic Search Engine)</a> findet man die Metadaten, die zu diesem Preprint gehören, <a href="http://baselab.base-search.net/Search/Results?lookfor=LU-747888" class="liexternal">hübsch zusammengestellt</a>. Datensätze wie dieser müßten, z.B. aus BASE, im ersten Schritt als Datensätze in die Wikipedia übernommen werden. Für Wikipedia-Benutzer sähe so ein importierter Datensatz vielleicht aus wie in <em>Abb. 1</em>.</p>
<div id="attachment_212" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Datensatz-in-der-Wikipedia-Bibliographie-Sicht.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-212  " title="Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Datensatz-in-der-Wikipedia-Bibliographie-Sicht-300x249.jpg" alt="Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht" width="300" height="249" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht</p>
</div>
<h2>Woher kommen die vorgeschlagenen &#8220;Inhaltlichen Zuordnungen&#8221;?</h2>
<p>Durch Indexierung mit <a href="http://code.google.com/p/maui-indexer/" class="liexternal">Maui Indexer</a> oder einem ähnlichen Tool sind im Abschnitt „WP:Inhaltliche Zuordnung“ automatisch Links zu Wikipedia-Artikeln hinzugefügt worden, die thematisch zu diesem Aufsatz passen könnten.</p>
<p>Die Links in dem Beispiel sind übrigens erfunden, aber das Ergebnis könnte so ähnlich aussehen. Im Aufsatztitel ist z.B. von „Ant Colony Optimization“ die Rede. Die englischsprachige Wikipedia enthält einen gleichnamigen Eintrag zu dieser Methode. Statt „Ant Colony Optimization“ könnte in der deutschsprachigen Wikipedia automatisch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ameisenalgorithmus" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Ameisenalgorithmus“ </a>angezeigt werden, da dieser Wikipedia-Eintrag mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ant_colony_optimization" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Ant Colony Optimization“</a> verlinkt ist.</p>
<p>Die automatisch hinzugefügten Links landen zunächst im Feld „unbestätigte“. Erfahrungsgemäß werden bei der automatischen Indexierung häufig offensichtlich falsche Vorschläge gemacht. Diese können von jedem registrierten Benutzer durch Klick auf „entfernen“ beseitigt werden. Automatische Zuordnungen, die von Benutzern bestätigt worden sind, sollten sich hingegen nicht so einfach entfernen lassen, intellektuell vorgenommene Zuordnungen natürlich auch nicht.</p>
<h2>Wie kommt es zu &#8220;bestätigten Zuordnungen&#8221;?</h2>
<p>Wenn man in <em>Abb. 1</em> auf den Vorschlag <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzprognoseverfahren" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Insolvenzprognoseverfahren“</a> klickt, hätte man den Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema vor sich. Unten auf dieser Seite, unter „Literatur“, werden automatisch die zuletzt indexierten Literaturvorschläge aufgezählt. Der Beispiel-Aufsatz würde dort etwa so erscheinen wie in <em>Abb. 2.</em></p>
<div id="attachment_211" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Literaturvorschlag-im-Artikel-entdecken.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-211  " title="Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Literaturvorschlag-im-Artikel-entdecken-300x176.jpg" alt="Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken" width="300" height="176" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken</p>
</div>
<p>Jeder Wikipedia-Leser, der den Artikel überfliegt, stolpert im Literatur-Abschnitt über den vorgeschlagenen Aufsatz, neben der Aufforderung, diese Zuordnung zu bestätigen. Bei der Gestaltung dieser Aufforderung können Prinzipien, die sich in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sacherschlie%C3%9Fung" rel="nofollow" class="liwikipedia">Sacherschließung</a> traditionell bewährt haben, ansatzweise berücksichtigt werden:</p>
<ol>
<li> Grundlage der richtigen Erschließung ist die Betrachtung des zu erschließenden Objekts. Deshalb ist es hier wichtig, den Link zum Volltext besonders hervorzuheben.</li>
<li> Das verwendete Schlagwort sollte so genau wie möglich passen. Den Begriff „genau“ kann man in diesem Zusammenhang ruhig mehr als ein mal verwenden…</li>
<li> Mehrere Schlagworte können hilfreich sein &#8212; womit wir bei <em>Abb. 3</em> sind, die darstellt, wie es nach dem Bestätigungs-Klick weitergeht.</li>
</ol>
<p>Die Bestätigung wird mit dem Hinweis quittiert, daß der automatisch ermittelte Literaturvorschlag erst nach Bestätigung durch zwei registrierte Wikipedia-Autoren in die Literaturliste aufgenommen wird. (Vgl. <em>Abb. 3</em>. Wann welcher automatische Vorschlag von welchem Benutzer bestätigt wurde, sollte dauerhaft nachvollziehbar bleiben, wie andeutungsweise in <em>Abb. 1</em> zu sehen.)</p>
<div id="attachment_213" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Dialogfenster-nach-Bewertung-des-Literaturvorschlags.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-213  " title="Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Dialogfenster-nach-Bewertung-des-Literaturvorschlags-293x300.jpg" alt="Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags" width="293" height="300" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags</p>
</div>
<p>Danach wird dem Benutzer angeboten, mit dem Zuordnen fortzufahren. Zwei Anknüpfungspunkte liegen dabei nahe:</p>
<ol>
<li> Dem Benutzer werden weitere Wikipedia-Einträge („Ameisenalgorithmus“, „Basel II“…) angezeigt, die automatisch zu dem Aufsatz ermittelt worden sind. Hier findet gewissermaßen ein Perspektivenwechsel statt: Eben noch beschäftigte sich der Benutzer mit dem Thema des Wikipedia-Eintrags und ist dann auf vorgeschlagene Literatur dazu gestoßen. Nun schlüpft er in die Rolle des Bibliothekars/Dokumentars, der dieses eine Literaturstück vor sich hat und überlegt, zu welchen anderen Themen es passt…</li>
<li> Dem Benutzer wird darüber hinaus angeboten, sich alle weiteren Literaturvorschläge anzeigen zu lassen, die zu Wikipedia-Einträgen in den Wikipedia-Kategorien „Bonitätsprüfung“ und „Unternehmensbewertung“ gemacht worden sind. Gewissermaßen wieder ein Rollenwechsel &#8212; diesmal zum Fachreferenten, an dem alles vorbeiströmt, was (vielleicht) zu seinem gegebenen Themengebiet paßt. Diese Sicht kann z.B. für Wikipedia-Benutzer reizvoll sein, die sich dauerhaft für einen bestimmten Themenbereich interessieren. Für den Benutzer sehen die Vorschläge so ähnlich aus wie in <em>Abb. 1</em>, vielleicht ergänzt um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial%3AKategorienbaum/!Hauptkategorie" rel="nofollow" class="liwikipedia">Kategorienbaum</a> der Wikipedia, in dem er browsen kann.</li>
</ol>
<h2>Exkurs zum Schlagwort &#8220;Insolvenzprognoseverfahren&#8221; im gezeigten Beispiel</h2>
<address>Ich habe einigermaßen willkürlich ein Beispiel aus einem Literaturbereich gewählt, mit dem ich in meiner beruflichen Tätigkeit als Fachreferent für Wirtschaftswissenschaften zu tun habe. Über solche Prognoseverfahren ist seit den Neunziger Jahren eine Menge geschrieben worden.</address>
<address> </address>
<address>Die Schlagworte auf der <a href="http://ideas.repec.org/p/ner/leuven/urnhdl123456789-218415.html" class="liexternal">Seite</a> des wirtschaftswissenschaftlichen Preprint-Netzwerks <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Research_Papers_in_Economics" rel="nofollow" class="liwikipedia">RePEc</a> zu dem Aufsatz sind ziemlich gut &#8211; aber sie verlinken nur auf andere Aufsätze zu dem jeweiligen Schlagwort innerhalb von RePEc. (Zumindest beim „Ameisenalgorithmus“ ist das schade, denn diese Methode wenden natürlich nicht nur Wirtschaftswissenschaftler an.)</address>
<address> </address>
<address>Aber warum ist dieser Aufsatz bisher nirgends mit dem Schlagwort „Insolvenzprognoseverfahren“ als Synonym zu „Bankruptcy prediction“ auffindbar gemacht worden?</address>
<address> </address>
<address>Werfen wir zunächst einen Blick in die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlagwortnormdatei" rel="nofollow" class="liwikipedia">Schlagwortnormdatei (SWD)</a>, den Universalthesaurus der Deutschen Nationalbibliothek. Hier gibt es nur das Schlagwort <a href="http://melvil.d-nb.de/swd/040728439" class="liexternal">„Insolvenz“ </a>mit den Unterbegriffen „Drohende Zahlungsunfähigkeit“ und „Insolvenzverhütung“.</address>
<address> </address>
<address>Aber neben der SWD existieren auch fachliche Thesauri, in diesem Fall ist der <a href="http://zbw.eu/stw/versions/latest/about" class="liexternal">Standard-Thesaurus Wirtschaft (STW) </a>einschlägig. Er kennt nur das Schlagwort <a href="http://zbw.eu/stw/versions/latest/descriptor/12302-3/about.de.html" class="liexternal">&#8220;Zahlungsunfähigkeit&#8221;</a>, u.a. mit dem Synonym &#8220;Insolvenz&#8221; sowie den Unterbegriffen &#8220;Bankinsolvenz&#8221;, &#8220;Privatinsolvenz&#8221; sowie &#8220;Staatsbankrott&#8221;.</address>
<address> </address>
<address>Nun zur Wikipedia. Hier gibt es zahlreiche Einträge, die das Thema Insolvenz detailliert aufschlüsseln, u.a. neben dem „Insolvenzprognoseverfahren“ das „Informelle Insolvenzprognoseverfahren“, „Optionspreismodelle als Insolvenzprognoseverfahren“, „Deterministische Simulationsmodelle als Insolvenzprognoseverfahren“ sowie „Anleihespreadbasierte Ansätze als Insolvenzprognoseverfahren“. Daneben gibt es die Einträge „Schätzgütemaße für kardinale Insolvenzprognosen“, „Schätzgütemaße für kategoriale Insolvenzprognosen“ und „Schätzgütemaße für ordinale Insolvenzprognosen“.</address>
<address> </address>
<address>Wie gesagt, mein Beispiel ist zufällig gewählt. Ich behaupte aber, daß es zumindest für die Wirtschaftswissenschaften typisch ist. Es wirft ein verheerendes Licht auf den Stand der Entwicklung und Anwendung nicht-kollaborativ gepflegter Thesauri. Es ist durchaus vorstellbar, daß wir uns in einigen Jahren um SWD, STW etc. und die mit ihnen erschlossene Literatur als ein zu rettendes kulturelles Erbe werden kümmern müssen.</address>
<h2>Ausblick: Wie kann man selbständige Literatur in und mit der Wikipedia erschließen?</h2>
<p>Auch die Sacherschließung selbständiger Literatur &#8212; also von Büchern, bei denen es sich nicht um Aufsatzsammlungen o.ä. handelt &#8212; in und mit der Wikipedia wäre einen Versuch wert. Zumal angesichts der maroden Alternativen, siehe den obigen Exkurs.</p>
<p>Anders als bei Online-Aufsätzen ist der Volltext von Büchern leider selten einen Mausklick weit entfernt. Mir fallen zwei Szenarien zur Sacherschließung von Büchern in und mit der Wikipedia ein:</p>
<ol>
<li> Viele Bücher werden im Bibliothekskatalog mittlerweile mit Verlags- oder Klappentexten, Rezensionen, Scans von Inhaltsverzeichnissen oder eingeschränkten kostenlosen Vorschauen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kataloganreicherung" rel="nofollow" class="liwikipedia">angereichert</a>. Denkbar wäre es, nur Bücher in die automatischen Vorschlagslisten aufzunehmen, die bereits mit solchen Materialien angereichert worden sind. Ich behaupte, daß sich viele Bücher allein schon anhand des Inhaltsverzeichnisses exakt und umfassend verschlagworten lassen.</li>
<li> In Kooperation mit einer Bibliothek bekommen Bücher beim Ausleihvorgang ein formschönes Papier-Lesezeichen. Darauf wird an den Benutzer appelliert, das jeweilige Buch in der Wikipedia-Bibliographie aufzurufen und zu prüfen, ob alles stimmt.</li>
</ol>
<h2>Ein Demonstrator für Dublin Core 2011?</h2>
<p>Vom 21.-23. September 2011 findet die <a href="http://dcevents.dublincore.org/index.php/IntConf/dc-2011" class="liexternal">DC-2011 in Den Haag</a> statt, die diesjährige Konferenz der Dublin Core Metadata Initiative, einer etablierten weltweiten Metadaten-Organisation. Kürzlich wurde die Deadline für Einreichungen auf den 30. April verlängert. Wer will dabei helfen, bis September einen kleinen Demonstrator zur Sacherschließung in und mit der Wikipedia zu bauen? Wenn sich das als machbar herausstellt, wäre bis zum 30. April ein englischsprachiges Abstract bei der DC-2011 einzureichen.</p>
<p>Abschließend bedanke ich mich herzlich bei <a href="http://www.bib.uni-mannheim.de/279.html" class="liexternal">Kai Eckert</a>, der mit einigen beiläufigen Bemerkungen bei einem Flurgespräch während des <a href="http://bibcamp.wordpress.com/2011/03/14/bib4-150-teilnehmerinnen-33-sessions-930-tweets/" class="liexternal">BibCamp 4</a> über Metadaten mit transparenter Herkunft und Geschichte sowie über die DC-2011 indirekt zu diesem Blogartikel beigetragen hat. <img src='http://biblionik.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Multiple Katalog-Anreicherung, das Sortieren in Blogs und die SWD 2.0 &#8211; Bericht von der GfKl-Tagung in Hamburg</title>
		<link>http://biblionik.de/2008/07/21/ordnung-im-blog-feedback/</link>
		<comments>http://biblionik.de/2008/07/21/ordnung-im-blog-feedback/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 23:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lambert Heller</dc:creator>
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Hier mein höchst selektiver Bericht vom bibliothekarischen Workshop der GfKl-Tagung vergangene Woche (vgl. die Ankündigung im letzten Beitrag). Der Bericht handelt von Kataloganreicherung auf vielen Wegen und aus vielen Quellen, dem Problem &#8220;zu vieler, überflüssiger Informationen aus Webmedien&#8221;, und wie man es mit Hilfe des Web 2.0 und seinen Communities löst, der Notwendigkeit einer Schlagwortnormdatei [...]]]></description>
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	<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Multiple+Katalog-Anreicherung%2C+das+Sortieren+in+Blogs+und+die+SWD+2.0+%26%238211%3B+Bericht+von+der+GfKl-Tagung+in+Hamburg&amp;rft.aulast=Heller&amp;rft.aufirst=Lambert&amp;rft.subject=Allgemein&amp;rft.source=Biblionik&amp;rft.date=2008-07-21&amp;rft.type=blogPost&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://biblionik.de/2008/07/21/ordnung-im-blog-feedback/&amp;rft.language=English"></span>
<abbr class="unapi-id" title="http://biblionik.de/?p=5"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Hier mein höchst selektiver Bericht vom <a href="http://gfkl2008.hsu-hh.de/workshop2.html" class="liexternal">bibliothekarischen Workshop der GfKl-Tagung</a> vergangene Woche (vgl. die Ankündigung im <a href="http://biblionik.de/2008/07/15/ordnung-im-blog-praktiken-des-bloggens/" class="liinternal">letzten Beitrag</a>).</p>
<p>Der Bericht handelt von</p>
<ol>
<li><em><strong>Kataloganreicherung auf vielen Wegen</strong></em> und aus vielen Quellen,</li>
<li>dem Problem <strong><em>&#8220;zu vieler, überflüssiger Informationen aus Webmedien&#8221;</em></strong>, und wie man es mit Hilfe des Web 2.0 und seinen Communities löst,</li>
<li>der Notwendigkeit einer <strong><em>Schlagwortnormdatei 2.0,</em></strong></li>
<li>der Verwandlung von Schlagwortnormdaten und Verschlagwortungs-Regeln in <strong><em>bessere Benutzeroberflächen für das Tagging</em></strong> sowie</li>
<li>beispielhaften Schritten einer <em><strong>kleinen Unibibliothek auf dem Weg zur Bibliothek 2.0</strong></em>.</li>
</ol>
<p><span id="more-5"></span>1. Ein Publikums-Feedback zu meinem Vortrag: Irmgard Siebert wies darauf hin, daß nicht nur intermediäre Akteure, sondern auch die Autoren der katalogisierten Werke de facto Sacherschließungsdaten zu Bibliothekskatalogen beisteuern &#8212; denn Katalogbenutzer finden per Stichwortsuche auch Worte aus dem Buchtitel, aus gescannten Inhaltsverzeichnissen etc.</p>
<p>Diese kleine Korrektur (der Folie 6 meiner <a href="http://www.slideshare.net/lambo/tags/gfkl08" class="liexternal">Präsentation</a>) spiegelt sehr gut wieder, welche thematischen Schwerpunkte der diesjährige bibliothekarische Workshop der GFKL-Jahrestagung hatte: Neben dem angekündigten Schwerpunkt DDC ging es immer wieder um <em><strong>Tagging</strong></em> und um die <em><strong>nachträgliche Anreicherung von Katalogdaten auf unterschiedlichen Wegen</strong></em>. Manfred Hauer (im Publikum anwesend und mitdiskutierend) und Irmgard Siebert betonten, daß die verschiedenen Wege der Anreicherung sich nicht ausschließen. <br id="dcve1" /></p>
<p>2. Weiteres Feedback zu meinem Vortrag. Walther Umstätter, Bernd Lorenz und andere brachten zum Thema Blogs ein Thema auf, das schon auf dem vergangenen Bibliothekartag diskutiert worden war: Mit Blogs und blog-artigen Webanwendungen werde <strong><em>zu viel Belangloses</em></strong> produziert; es müsse <em><strong>gefiltert</strong></em> werden, was davon gesammelt wird.</p>
<p>Das ist ein Punkt, den ich nie ganz verstanden habe.  Das Argument kann ja jedenfalls nicht sein, daß das Gebloggte <strong><em>&#8220;zu viel Platz&#8221;</em></strong> wegnehme. Die Preise für Speicher und Bandbreite im Netz fallen wie Steine, und Blogs und blog-artige Medien sind vorwiegend textueller Art. Um das einmal mit konkreten Daten zu illustrieren: Laut Edlef Stabenau nehmen die knapp 20.000 Beiträge des netbib weblogs in dessen Datenbank ca. 100 Megabyte ein; die textuelle Information aus diesem verhältnismäßig riesengroßen Weblog paßt demzufolge sieben mal auf eine CD. (Danke fürs Nachschauen, Edlef!)<br id="dcve5" /><br id="dcve6" />Das etwas näher liegende Argument könnte lauten: &#8220;Die belangreichen Inhalte auszuwählen und zu erschließen ist zu aufwendig.&#8221; Dieses Argument ist richtig – <em><strong>aber nur unter der Voraussetzung der traditionellen Arbeitsteilung zwischen Urhebern und Bibliothekaren</strong></em>. Diese jedoch muß und wird durch das Internet revolutioniert werden. David Weinberger hat das in seinem letzten Buch (vermutlich nicht als erster) ausformuliert. Die Informations-Ordnung &#8220;3. Ordnung&#8221; beruhe demzufolge darauf, einmal veröffentlichte Informationen stets, und so vollständig wie möglich, im Netz aufzubewahren. Die neue Technik mache es immer einfacher und immer naheliegender, das Sortieren und Gewichten &#8220;nach hinten zu verschieben&#8221;.</p>
<p>Wie so ein gemeinschaftliches, vernetztes Sortieren aussehen könnte, habe ich &#8212; für das sehr wichtige, da beispielhafte Feld der Weblogs &#8212; in meinem Vortrag skizziert. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die &#8220;communities of blogging practices&#8221;, die (Blog-Forschern wir Jan Schmidt <a href="http://jcmc.indiana.edu/vol12/issue4/schmidt.html" class="liexternal">zufolge</a>) entscheidend dafür sind, daß und wie gebloggt wird. Meine These: <strong><em>Diese Communities entwickeln spontan quasi-bibliothekarische Funktionen</em></strong>, und auch die in der Technik der Blogs verkörperten Konzepte, wie beispielsweise Feeds und Tagging, sind<em><strong> </strong><strong>&#8220;bibliotheks-analog&#8221;</strong></em>.</p>
<p>3. In einer anderen Frage bestand offenbar breite Übereinstimmung zwischen Vortragendem und Publikum: Das Geschäftsmodell der &#8212; von Nationalbibliothek und den Bibliotheksverbünden verwalteten &#8212; <a href="http://www.d-nb.de/standardisierung/normdateien/swd.htm" class="liexternal">Schlagwortnormdatei</a> (SWD) ist hoffnungslos veraltet. Wenn sie im Web-Zeitalter weiterleben soll, müßte sie explizit <em><strong>unter eine freie Lizenz gestellt und als Webservice dort verfügbar gemacht werden, wo verschlagwortet wird,</strong></em> also in Social-Bookmarking-Diensten, Weblogs, Content-Management-Systemen etc. Es müßte zumindest durch eine vielseitige, gut dokumentierte API und einige Beispiel-Implementationen gezeigt werden, wie eine solche &#8220;SWD 2.0&#8243; von den Web-Communities nachgenutzt werden kann.</p>
<p>4. In diesem Zusammenhang war der Vortrag von Claudia Gratz, HdM Stuttgart, besonders anregend. Sie skizzierte, wie in der Praxis der Dokumentenserver-Software OPUS die neue Rolle von &#8220;Autoren und Lesern als Schlagwortgebern&#8221; aussieht. In Ihrer anschaulichen Präsentation machte sie deutlich, daß die  <em><strong>Gestaltung der Eingabemöglichkeiten von Schlagworten seitens der Autoren widersprüchlich</strong></em> ist: Einerseits scheint das Verschlagworten hier bereits zur Aufgabe von &#8220;Laien&#8221;, den Autoren, geworden zu sein. Andererseits &#8220;scheitern&#8221; die Autoren regelmäßig an der vorgesehenen Eingabe, weil de facto ein bibliothekarisches Expertenwissen vorausgesetzt wird &#8212; um überhaupt nach normierten Schlagwörten suchen zu wollen und diese dann auch zu finden.</p>
<p><img src="file:///tmp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<div id="attachment_13" class="wp-caption alignleft" style="width: 221px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2008/07/myednatagging.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[5]"><img class="size-medium wp-image-13" title="myednatagging" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2008/07/myednatagging-211x300.jpg" alt="Tagging in MyEdna" width="211" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tagging in MyEdna</p></div>
<p>Dabei können heute Vorschläge aus kontrollierten Vokabularen automatisch vorgeschlagen und sehr einfach übernommen werden. Selbst Konzepte wie das des &#8220;engen Schlagworts&#8221; können im Design der Benutzeroberfläche abgebildet und dem Benutzer &#8220;ohne Worte&#8221; eröffnet werden. Dies ist auf einen Blick erkennbar, wenn man sich beispielsweise näher anschaut, was <a href="http://me.edu.au/p/sarahh" class="liexternal">Sarah Hayman</a> für das australische E-Learning Portal MyEdna <a href="http://www.educationau.edu.au/jahia/webdav/site/myjahiasite/shared/papers/arkhayman.pdf" class="lipdf">entwickelt</a> hat. (Vgl. Abbildung)</p>
<p>5. Abschließend muß ich noch die hochinteressante Führung durch die <a href="http://hsu-bibliothek.de/" class="liexternal">Bibliothek unseres Gastgebers, der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr</a> in Hamburg, loben. Der stellvertretende Bibliotheksleiter Werner R. Tannhof hat gezeigt, wie man sich auch als verhältnismäßig kleine Unibibliothek konsequent zur &#8220;Bibliothek 2.0&#8243; entwickeln kann. Einiges kann man natürlich, gerade in Hamburg sowie als Bibliothek im GBV, gemeinsam mit anderen Bibliotheken unternehmen. Aber auch die Entwicklung vor Ort hat viele Facetten. So soll der Lesesaal der Hauptbibliothek von Regalen voller bibliographischer Literatur, die von den Benutzern längst nicht mehr verwendet wird, befreit und in ein <em><strong>Learning Resource Center</strong></em> für Notebook-Nomaden umgewandelt werden; die Bibliotheksauskunft soll künftig auch über Skype, MSN und andere populäre Kommunikations-Netzwerke angesprochen werden können. Man darf gespannt verfolgen, was in den nächsten Jahren an der HSU-Bibliothek passieren wird.</p>

	Tags:<a href="http://biblionik.de/tag/gfkl08/" title="GfKl08" rel="tag">GfKl08</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/katalog-anreicherung/" title="Katalog-Anreicherung" rel="tag">Katalog-Anreicherung</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/swd/" title="SWD" rel="tag">SWD</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/tagging/" title="Tagging" rel="tag">Tagging</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/weblog/" title="Weblog" rel="tag">Weblog</a><br />
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