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	<title>Biblionik &#187; Katalog-Anreicherung</title>
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	<description>Zur Revolutionierung von Bibliothek und Wissensorganisation durch das Internet</description>
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		<title>Multiple Katalog-Anreicherung, das Sortieren in Blogs und die SWD 2.0 &#8211; Bericht von der GfKl-Tagung in Hamburg</title>
		<link>http://biblionik.de/2008/07/21/ordnung-im-blog-feedback/</link>
		<comments>http://biblionik.de/2008/07/21/ordnung-im-blog-feedback/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 23:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lambert Heller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[GfKl08]]></category>
		<category><![CDATA[Katalog-Anreicherung]]></category>
		<category><![CDATA[SWD]]></category>
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Hier mein höchst selektiver Bericht vom bibliothekarischen Workshop der GfKl-Tagung vergangene Woche (vgl. die Ankündigung im letzten Beitrag). Der Bericht handelt von Kataloganreicherung auf vielen Wegen und aus vielen Quellen, dem Problem &#8220;zu vieler, überflüssiger Informationen aus Webmedien&#8221;, und wie man es mit Hilfe des Web 2.0 und seinen Communities löst, der Notwendigkeit einer Schlagwortnormdatei [...]]]></description>
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<abbr class="unapi-id" title="http://biblionik.de/?p=5"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Hier mein höchst selektiver Bericht vom <a href="http://gfkl2008.hsu-hh.de/workshop2.html" class="liexternal">bibliothekarischen Workshop der GfKl-Tagung</a> vergangene Woche (vgl. die Ankündigung im <a href="http://biblionik.de/2008/07/15/ordnung-im-blog-praktiken-des-bloggens/" class="liinternal">letzten Beitrag</a>).</p>
<p>Der Bericht handelt von</p>
<ol>
<li><em><strong>Kataloganreicherung auf vielen Wegen</strong></em> und aus vielen Quellen,</li>
<li>dem Problem <strong><em>&#8220;zu vieler, überflüssiger Informationen aus Webmedien&#8221;</em></strong>, und wie man es mit Hilfe des Web 2.0 und seinen Communities löst,</li>
<li>der Notwendigkeit einer <strong><em>Schlagwortnormdatei 2.0,</em></strong></li>
<li>der Verwandlung von Schlagwortnormdaten und Verschlagwortungs-Regeln in <strong><em>bessere Benutzeroberflächen für das Tagging</em></strong> sowie</li>
<li>beispielhaften Schritten einer <em><strong>kleinen Unibibliothek auf dem Weg zur Bibliothek 2.0</strong></em>.</li>
</ol>
<p><span id="more-5"></span>1. Ein Publikums-Feedback zu meinem Vortrag: Irmgard Siebert wies darauf hin, daß nicht nur intermediäre Akteure, sondern auch die Autoren der katalogisierten Werke de facto Sacherschließungsdaten zu Bibliothekskatalogen beisteuern &#8212; denn Katalogbenutzer finden per Stichwortsuche auch Worte aus dem Buchtitel, aus gescannten Inhaltsverzeichnissen etc.</p>
<p>Diese kleine Korrektur (der Folie 6 meiner <a href="http://www.slideshare.net/lambo/tags/gfkl08" class="liexternal">Präsentation</a>) spiegelt sehr gut wieder, welche thematischen Schwerpunkte der diesjährige bibliothekarische Workshop der GFKL-Jahrestagung hatte: Neben dem angekündigten Schwerpunkt DDC ging es immer wieder um <em><strong>Tagging</strong></em> und um die <em><strong>nachträgliche Anreicherung von Katalogdaten auf unterschiedlichen Wegen</strong></em>. Manfred Hauer (im Publikum anwesend und mitdiskutierend) und Irmgard Siebert betonten, daß die verschiedenen Wege der Anreicherung sich nicht ausschließen. <br id="dcve1" /></p>
<p>2. Weiteres Feedback zu meinem Vortrag. Walther Umstätter, Bernd Lorenz und andere brachten zum Thema Blogs ein Thema auf, das schon auf dem vergangenen Bibliothekartag diskutiert worden war: Mit Blogs und blog-artigen Webanwendungen werde <strong><em>zu viel Belangloses</em></strong> produziert; es müsse <em><strong>gefiltert</strong></em> werden, was davon gesammelt wird.</p>
<p>Das ist ein Punkt, den ich nie ganz verstanden habe.  Das Argument kann ja jedenfalls nicht sein, daß das Gebloggte <strong><em>&#8220;zu viel Platz&#8221;</em></strong> wegnehme. Die Preise für Speicher und Bandbreite im Netz fallen wie Steine, und Blogs und blog-artige Medien sind vorwiegend textueller Art. Um das einmal mit konkreten Daten zu illustrieren: Laut Edlef Stabenau nehmen die knapp 20.000 Beiträge des netbib weblogs in dessen Datenbank ca. 100 Megabyte ein; die textuelle Information aus diesem verhältnismäßig riesengroßen Weblog paßt demzufolge sieben mal auf eine CD. (Danke fürs Nachschauen, Edlef!)<br id="dcve5" /><br id="dcve6" />Das etwas näher liegende Argument könnte lauten: &#8220;Die belangreichen Inhalte auszuwählen und zu erschließen ist zu aufwendig.&#8221; Dieses Argument ist richtig – <em><strong>aber nur unter der Voraussetzung der traditionellen Arbeitsteilung zwischen Urhebern und Bibliothekaren</strong></em>. Diese jedoch muß und wird durch das Internet revolutioniert werden. David Weinberger hat das in seinem letzten Buch (vermutlich nicht als erster) ausformuliert. Die Informations-Ordnung &#8220;3. Ordnung&#8221; beruhe demzufolge darauf, einmal veröffentlichte Informationen stets, und so vollständig wie möglich, im Netz aufzubewahren. Die neue Technik mache es immer einfacher und immer naheliegender, das Sortieren und Gewichten &#8220;nach hinten zu verschieben&#8221;.</p>
<p>Wie so ein gemeinschaftliches, vernetztes Sortieren aussehen könnte, habe ich &#8212; für das sehr wichtige, da beispielhafte Feld der Weblogs &#8212; in meinem Vortrag skizziert. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die &#8220;communities of blogging practices&#8221;, die (Blog-Forschern wir Jan Schmidt <a href="http://jcmc.indiana.edu/vol12/issue4/schmidt.html" class="liexternal">zufolge</a>) entscheidend dafür sind, daß und wie gebloggt wird. Meine These: <strong><em>Diese Communities entwickeln spontan quasi-bibliothekarische Funktionen</em></strong>, und auch die in der Technik der Blogs verkörperten Konzepte, wie beispielsweise Feeds und Tagging, sind<em><strong> </strong><strong>&#8220;bibliotheks-analog&#8221;</strong></em>.</p>
<p>3. In einer anderen Frage bestand offenbar breite Übereinstimmung zwischen Vortragendem und Publikum: Das Geschäftsmodell der &#8212; von Nationalbibliothek und den Bibliotheksverbünden verwalteten &#8212; <a href="http://www.d-nb.de/standardisierung/normdateien/swd.htm" class="liexternal">Schlagwortnormdatei</a> (SWD) ist hoffnungslos veraltet. Wenn sie im Web-Zeitalter weiterleben soll, müßte sie explizit <em><strong>unter eine freie Lizenz gestellt und als Webservice dort verfügbar gemacht werden, wo verschlagwortet wird,</strong></em> also in Social-Bookmarking-Diensten, Weblogs, Content-Management-Systemen etc. Es müßte zumindest durch eine vielseitige, gut dokumentierte API und einige Beispiel-Implementationen gezeigt werden, wie eine solche &#8220;SWD 2.0&#8243; von den Web-Communities nachgenutzt werden kann.</p>
<p>4. In diesem Zusammenhang war der Vortrag von Claudia Gratz, HdM Stuttgart, besonders anregend. Sie skizzierte, wie in der Praxis der Dokumentenserver-Software OPUS die neue Rolle von &#8220;Autoren und Lesern als Schlagwortgebern&#8221; aussieht. In Ihrer anschaulichen Präsentation machte sie deutlich, daß die  <em><strong>Gestaltung der Eingabemöglichkeiten von Schlagworten seitens der Autoren widersprüchlich</strong></em> ist: Einerseits scheint das Verschlagworten hier bereits zur Aufgabe von &#8220;Laien&#8221;, den Autoren, geworden zu sein. Andererseits &#8220;scheitern&#8221; die Autoren regelmäßig an der vorgesehenen Eingabe, weil de facto ein bibliothekarisches Expertenwissen vorausgesetzt wird &#8212; um überhaupt nach normierten Schlagwörten suchen zu wollen und diese dann auch zu finden.</p>
<p><img src="file:///tmp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<div id="attachment_13" class="wp-caption alignleft" style="width: 221px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2008/07/myednatagging.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[5]"><img class="size-medium wp-image-13" title="myednatagging" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2008/07/myednatagging-211x300.jpg" alt="Tagging in MyEdna" width="211" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tagging in MyEdna</p></div>
<p>Dabei können heute Vorschläge aus kontrollierten Vokabularen automatisch vorgeschlagen und sehr einfach übernommen werden. Selbst Konzepte wie das des &#8220;engen Schlagworts&#8221; können im Design der Benutzeroberfläche abgebildet und dem Benutzer &#8220;ohne Worte&#8221; eröffnet werden. Dies ist auf einen Blick erkennbar, wenn man sich beispielsweise näher anschaut, was <a href="http://me.edu.au/p/sarahh" class="liexternal">Sarah Hayman</a> für das australische E-Learning Portal MyEdna <a href="http://www.educationau.edu.au/jahia/webdav/site/myjahiasite/shared/papers/arkhayman.pdf" class="lipdf">entwickelt</a> hat. (Vgl. Abbildung)</p>
<p>5. Abschließend muß ich noch die hochinteressante Führung durch die <a href="http://hsu-bibliothek.de/" class="liexternal">Bibliothek unseres Gastgebers, der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr</a> in Hamburg, loben. Der stellvertretende Bibliotheksleiter Werner R. Tannhof hat gezeigt, wie man sich auch als verhältnismäßig kleine Unibibliothek konsequent zur &#8220;Bibliothek 2.0&#8243; entwickeln kann. Einiges kann man natürlich, gerade in Hamburg sowie als Bibliothek im GBV, gemeinsam mit anderen Bibliotheken unternehmen. Aber auch die Entwicklung vor Ort hat viele Facetten. So soll der Lesesaal der Hauptbibliothek von Regalen voller bibliographischer Literatur, die von den Benutzern längst nicht mehr verwendet wird, befreit und in ein <em><strong>Learning Resource Center</strong></em> für Notebook-Nomaden umgewandelt werden; die Bibliotheksauskunft soll künftig auch über Skype, MSN und andere populäre Kommunikations-Netzwerke angesprochen werden können. Man darf gespannt verfolgen, was in den nächsten Jahren an der HSU-Bibliothek passieren wird.</p>

	Tags:<a href="http://biblionik.de/tag/gfkl08/" title="GfKl08" rel="tag">GfKl08</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/katalog-anreicherung/" title="Katalog-Anreicherung" rel="tag">Katalog-Anreicherung</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/swd/" title="SWD" rel="tag">SWD</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/tagging/" title="Tagging" rel="tag">Tagging</a>, <a href="http://biblionik.de/tag/weblog/" title="Weblog" rel="tag">Weblog</a><br />
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