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Wir sehen uns im Frühjahr 2010!

Biblionik zu lesen ist vielleicht ganz nett, einander zuzuhören und zu diskutieren ist jedoch interessanter. Daher hier ein Überblick der Veranstaltungen, die ich im Frühjahr 2010 besuchen werde, und worin ggf. mein eigener Beitrag besteht.

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Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche

[2. Update 25.11.08: Download funktioniert wieder. Es war mein Fehler - vielen Dank an Dirk Lewandowski und E-LIS!]

[Update 25.11.08: Herzlichen Dank an alle, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, daß der Download meines Buchkapitels bei E-LIS nicht funktioniert! Ich vermute, daß dieses Problem mit E-LIS' kürzlichem - und an sich sehr begrüßenswertem - Upgrade auf EPrints 3.0 zusammenhängt. Und ich gebe hier bescheid, sobald die E-LIS-Betreiber das Problem gelöst haben.]

Vor ungefähr zwei Jahren erschien im Bibliotheksdienst Patrick Danowskis und mein Artikel Bibliothek 2.0: Die Zukunft der Bibliothek?. Die Idee einer “Bibliothek 2.0″ hat hier und dort interessante Diskussionen angeregt. Unter anderem wurde ich danach gefragt, ob ich das Thema für das Handbuch Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen aufbereiten könne. Daraufhin erschien dort zunächst (2007) ein kleines “Thema des Quartals”, Social Software – Bausteine einer “Bibliothek 2.0″, in dem es vor allem um Weblogs und andere Instrumente zur Unterstützung bibliothekarischer Communities of Practice ging. Danach, im Frühjahr 2008, folgte dann ein ganzes Kapitel Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche, in dem ich das Thema grundlegend und umfassend behandelt habe. Nun ist das mit dem Verlag Dashöfer freundlicherweise vereinbarte Embargo von sechs Monaten abgelaufen, sodaß auch dieses Buchkapital frei zugänglich online (also Open Access) erscheinen kann: hier.

Wie immer freue ich mich über Kritik, Anmerkungen und Ergänzungen jeder Art! Loseblattsammlungen wie das Bibliotheksmanagement-Handbuch sind bekanntlich fast so gut wie Wikis und Weblogs, zumindest was die Aktualisierbarkeit und Korrigierbarkeit der Inhalte betrifft. ;-)

Ein neues Blog, ein eigenes Blog!

  1. Wir leben in aufregenden Zeiten. Das Internet hat gerade erst damit begonnen, die Wissensorganisation (und nicht zuletzt auch die Bibliothek) zu revolutionieren.
  2. Nein, anders: Nicht das Internet revolutioniert die Wissensorganisation, sondern wir tun es. Nur einige wesentliche Bedingungen, unter denen wir als Informations-Profis tätig sind, wälzen sich gerade um.
  3. Sich an dieser Umwälzung nicht zu beteiligen ist keine Alternative. Und es gibt auch keine Alternative dazu, eigene Erfahrungen mit dem Neuen zu sammeln, nicht zuletzt durch ein eigenes Weblog (eventuell mit Hilfe von KollegInnen). Erfahrungen können theoretische Reflexion und strategische Pläne nicht ersetzen, aber es gibt auch keine Erkenntnis, die nicht bei der Erfahrung anhebt.
  4. Partizipative Medien wie Weblogs machen noch besser erkennbar, daß Reflexion und Strategien nicht bloß Produkte einzelner sind, sondern daß sie fast immer am Ende eines engagierten Austauschs vieler stehen. Daß der formelle Status der an dem Austausch Beteiligten, ihre Institutionszugehörigkeiten etc. zu diesem Austausch wenig beitragen, wird ebenfalls immer klarer. Erst als Teil einer informellen Community of Practice sind WissensarbeiterInnen produktiv. Mit einem Blog können sie ihrer Community etwas davon zurückgeben.
  5. Von Informations-Profis als “wir” zu sprechen (siehe 2.) ist unumgänglich (und es macht Spaß). Allerdings sind wir — Überraschung! — nicht der Nabel der Welt, und nicht einmal der Nabel des Internets. Umgekehrt: Wir sollten uns intensiv mit Online-Communities beschäftigen, uns mit ihnen austauschen und uns mit ihnen vermischen. Damit verändert sich auch das reine, ursprüngliche “Wir” der Bibliothekare, Dokumentare, Archivare etc. — wenn es das denn jemals gegeben haben sollte. Ohne vernetzte BibliothekarInnen keine Zukunft der Bibliothek.
  6. Der Titel dieses Blogs ist daher nicht nur Wortspielerei. Bionics (dt. Bionik) unterstellt der Natur raffinierterweise eigene Zwecke, um Eigenschaften der belebten Natur als “Werkzeuge” interpretieren und sie dann anschließend für menschliche Zwecke kopieren und remixen zu können. In gewisser Weise soll sich Biblionik mit der Web-Natur beschäftigen, stets mit den bibliothekarischen Erfahrungen und Zwecken vor Augen.
  7. Wer und wie viele dieses Blog lesen und darauf reagieren werden ist mir zwar nicht egal, aber ich will es auch unabhängig davon schreiben. Jeder Brief Blog-Beitrag erreicht seinen Adressaten. Lilia Efimova begründet in ihrer Blog-Forschung übrigens, warum das viele Blog-AutorInnen so sehen
  8. Viel Spaß beim Entdecken, Überfliegen, Lesen, Kommentieren und Remixen! Um diesen Spaß nicht zu beschränken sollen die Blog-Beiträge hier nicht (nicht immer jedenfalls) so lang werden wie viele der ca. 1.000 Beiträge, die ich zwischen 2004 und 2008 im netbib weblog veröffentlicht habe. Deswegen ist dieses Miniatur-Manifest hier bereits zuende. Aber wer weiß, vielleicht werden auch noch ein Punkt 9 oder 10 in weiteren Blog-Beiträgen folgen?