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	<title>Biblionik &#187; Bibliographie</title>
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	<description>Zur Revolutionierung von Bibliothek und Wissensorganisation durch das Internet</description>
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		<title>Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; einfach anfangen?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 22:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lambert Heller</dc:creator>
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In dem zurückliegenden Beitrag Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; eine Spielidee hatte ich die Grundidee und die Potentiale einer kollaborativen Sacherschließung der Wikipedia-Community mittels der Wikipedia als Quasi-Thesaurus zur Diskussion gestellt. Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, zunächst einen Blick in den alten Beitrag zu [...] <a href="http://feedproxy.google.com/~r/biblionik/~3/wzW0gmbcJDU/">Weiterlesen <span>&#8594;</span></a> <a href="http://feedproxy.google.com/~r/biblionik/~3/M7HiEjlJNzw/">Weiterlesen <span>&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>
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<abbr class="unapi-id" title="http://biblionik.de/?p=210"><!-- &nbsp; --></abbr></p>
<p>In dem zurückliegenden Beitrag <a href="http://biblionik.de/2010/08/04/sacherschliessung-mit-wikipedia-spielidee/" class="liinternal">Sacherschließung von Literatur in und mit der Wikipedia &#8212; eine Spielidee</a> hatte ich die Grundidee und die Potentiale einer kollaborativen Sacherschließung der Wikipedia-Community mittels der Wikipedia als Quasi-Thesaurus zur Diskussion gestellt. Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, zunächst einen Blick in den alten Beitrag zu werfen.</p>
<p><span id="more-210"></span></p>
<h2>Wie wird ein Aufsatz in und mit der Wikipedia erschlossen?</h2>
<p>Um in diesem neuen Blogbeitrag zur Diskussion zu stellen, wie so etwas aussehen könnte, habe ich mit einigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mock-up" rel="nofollow" class="liwikipedia">Mock-ups</a> die Erschließung eines realen Aufsatzes in und mit der Wikipedia dargestellt.</p>
<p>Mein Ausgangspunkt ist die frei zugängliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preprint" rel="nofollow" class="liwikipedia">Preprint</a>-Version des Zeitschriftenaufsatzes <a href="https://lirias.kuleuven.be/handle/123456789/218415" class="liexternal">Credit Rating Prediction Using Ant Colony Optimization</a> von David <em>Martens</em> et al. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld_Academic_Search_Engine" rel="nofollow" class="liwikipedia">BASE (Bielefeld Academic Search Engine)</a> findet man die Metadaten, die zu diesem Preprint gehören, <a href="http://baselab.base-search.net/Search/Results?lookfor=LU-747888" class="liexternal">hübsch zusammengestellt</a>. Datensätze wie dieser müßten, z.B. aus BASE, im ersten Schritt als Datensätze in die Wikipedia übernommen werden. Für Wikipedia-Benutzer sähe so ein importierter Datensatz vielleicht aus wie in <em>Abb. 1</em>.</p>
<div id="attachment_212" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Datensatz-in-der-Wikipedia-Bibliographie-Sicht.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-212  " title="Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Datensatz-in-der-Wikipedia-Bibliographie-Sicht-300x249.jpg" alt="Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht" width="300" height="249" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 1: Datensatz in der Wikipedia-Bibliographie-Sicht</p>
</div>
<h2>Woher kommen die vorgeschlagenen &#8220;Inhaltlichen Zuordnungen&#8221;?</h2>
<p>Durch Indexierung mit <a href="http://code.google.com/p/maui-indexer/" class="liexternal">Maui Indexer</a> oder einem ähnlichen Tool sind im Abschnitt „WP:Inhaltliche Zuordnung“ automatisch Links zu Wikipedia-Artikeln hinzugefügt worden, die thematisch zu diesem Aufsatz passen könnten.</p>
<p>Die Links in dem Beispiel sind übrigens erfunden, aber das Ergebnis könnte so ähnlich aussehen. Im Aufsatztitel ist z.B. von „Ant Colony Optimization“ die Rede. Die englischsprachige Wikipedia enthält einen gleichnamigen Eintrag zu dieser Methode. Statt „Ant Colony Optimization“ könnte in der deutschsprachigen Wikipedia automatisch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ameisenalgorithmus" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Ameisenalgorithmus“ </a>angezeigt werden, da dieser Wikipedia-Eintrag mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ant_colony_optimization" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Ant Colony Optimization“</a> verlinkt ist.</p>
<p>Die automatisch hinzugefügten Links landen zunächst im Feld „unbestätigte“. Erfahrungsgemäß werden bei der automatischen Indexierung häufig offensichtlich falsche Vorschläge gemacht. Diese können von jedem registrierten Benutzer durch Klick auf „entfernen“ beseitigt werden. Automatische Zuordnungen, die von Benutzern bestätigt worden sind, sollten sich hingegen nicht so einfach entfernen lassen, intellektuell vorgenommene Zuordnungen natürlich auch nicht.</p>
<h2>Wie kommt es zu &#8220;bestätigten Zuordnungen&#8221;?</h2>
<p>Wenn man in <em>Abb. 1</em> auf den Vorschlag <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzprognoseverfahren" rel="nofollow" class="liwikipedia">„Insolvenzprognoseverfahren“</a> klickt, hätte man den Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema vor sich. Unten auf dieser Seite, unter „Literatur“, werden automatisch die zuletzt indexierten Literaturvorschläge aufgezählt. Der Beispiel-Aufsatz würde dort etwa so erscheinen wie in <em>Abb. 2.</em></p>
<div id="attachment_211" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Literaturvorschlag-im-Artikel-entdecken.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-211  " title="Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Literaturvorschlag-im-Artikel-entdecken-300x176.jpg" alt="Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken" width="300" height="176" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 2: Literaturvorschlag im Artikel entdecken</p>
</div>
<p>Jeder Wikipedia-Leser, der den Artikel überfliegt, stolpert im Literatur-Abschnitt über den vorgeschlagenen Aufsatz, neben der Aufforderung, diese Zuordnung zu bestätigen. Bei der Gestaltung dieser Aufforderung können Prinzipien, die sich in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sacherschlie%C3%9Fung" rel="nofollow" class="liwikipedia">Sacherschließung</a> traditionell bewährt haben, ansatzweise berücksichtigt werden:</p>
<ol>
<li> Grundlage der richtigen Erschließung ist die Betrachtung des zu erschließenden Objekts. Deshalb ist es hier wichtig, den Link zum Volltext besonders hervorzuheben.</li>
<li> Das verwendete Schlagwort sollte so genau wie möglich passen. Den Begriff „genau“ kann man in diesem Zusammenhang ruhig mehr als ein mal verwenden…</li>
<li> Mehrere Schlagworte können hilfreich sein &#8212; womit wir bei <em>Abb. 3</em> sind, die darstellt, wie es nach dem Bestätigungs-Klick weitergeht.</li>
</ol>
<p>Die Bestätigung wird mit dem Hinweis quittiert, daß der automatisch ermittelte Literaturvorschlag erst nach Bestätigung durch zwei registrierte Wikipedia-Autoren in die Literaturliste aufgenommen wird. (Vgl. <em>Abb. 3</em>. Wann welcher automatische Vorschlag von welchem Benutzer bestätigt wurde, sollte dauerhaft nachvollziehbar bleiben, wie andeutungsweise in <em>Abb. 1</em> zu sehen.)</p>
<div id="attachment_213" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Dialogfenster-nach-Bewertung-des-Literaturvorschlags.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[210]"><img class="size-medium wp-image-213  " title="Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags" src="http://biblionik.de/wp-content/uploads/2011/04/Frame-Box-Sacherschliessung-in-und-mit-Wikipedia-Dialogfenster-nach-Bewertung-des-Literaturvorschlags-293x300.jpg" alt="Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags" width="293" height="300" /></a>
<p class="wp-caption-text">Abb. 3: Dialogfenster nach Zuordnung des Literaturvorschlags</p>
</div>
<p>Danach wird dem Benutzer angeboten, mit dem Zuordnen fortzufahren. Zwei Anknüpfungspunkte liegen dabei nahe:</p>
<ol>
<li> Dem Benutzer werden weitere Wikipedia-Einträge („Ameisenalgorithmus“, „Basel II“…) angezeigt, die automatisch zu dem Aufsatz ermittelt worden sind. Hier findet gewissermaßen ein Perspektivenwechsel statt: Eben noch beschäftigte sich der Benutzer mit dem Thema des Wikipedia-Eintrags und ist dann auf vorgeschlagene Literatur dazu gestoßen. Nun schlüpft er in die Rolle des Bibliothekars/Dokumentars, der dieses eine Literaturstück vor sich hat und überlegt, zu welchen anderen Themen es passt…</li>
<li> Dem Benutzer wird darüber hinaus angeboten, sich alle weiteren Literaturvorschläge anzeigen zu lassen, die zu Wikipedia-Einträgen in den Wikipedia-Kategorien „Bonitätsprüfung“ und „Unternehmensbewertung“ gemacht worden sind. Gewissermaßen wieder ein Rollenwechsel &#8212; diesmal zum Fachreferenten, an dem alles vorbeiströmt, was (vielleicht) zu seinem gegebenen Themengebiet paßt. Diese Sicht kann z.B. für Wikipedia-Benutzer reizvoll sein, die sich dauerhaft für einen bestimmten Themenbereich interessieren. Für den Benutzer sehen die Vorschläge so ähnlich aus wie in <em>Abb. 1</em>, vielleicht ergänzt um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial%3AKategorienbaum/!Hauptkategorie" rel="nofollow" class="liwikipedia">Kategorienbaum</a> der Wikipedia, in dem er browsen kann.</li>
</ol>
<h2>Exkurs zum Schlagwort &#8220;Insolvenzprognoseverfahren&#8221; im gezeigten Beispiel</h2>
<address>Ich habe einigermaßen willkürlich ein Beispiel aus einem Literaturbereich gewählt, mit dem ich in meiner beruflichen Tätigkeit als Fachreferent für Wirtschaftswissenschaften zu tun habe. Über solche Prognoseverfahren ist seit den Neunziger Jahren eine Menge geschrieben worden.</address>
<address> </address>
<address>Die Schlagworte auf der <a href="http://ideas.repec.org/p/ner/leuven/urnhdl123456789-218415.html" class="liexternal">Seite</a> des wirtschaftswissenschaftlichen Preprint-Netzwerks <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Research_Papers_in_Economics" rel="nofollow" class="liwikipedia">RePEc</a> zu dem Aufsatz sind ziemlich gut &#8211; aber sie verlinken nur auf andere Aufsätze zu dem jeweiligen Schlagwort innerhalb von RePEc. (Zumindest beim „Ameisenalgorithmus“ ist das schade, denn diese Methode wenden natürlich nicht nur Wirtschaftswissenschaftler an.)</address>
<address> </address>
<address>Aber warum ist dieser Aufsatz bisher nirgends mit dem Schlagwort „Insolvenzprognoseverfahren“ als Synonym zu „Bankruptcy prediction“ auffindbar gemacht worden?</address>
<address> </address>
<address>Werfen wir zunächst einen Blick in die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlagwortnormdatei" rel="nofollow" class="liwikipedia">Schlagwortnormdatei (SWD)</a>, den Universalthesaurus der Deutschen Nationalbibliothek. Hier gibt es nur das Schlagwort <a href="http://melvil.d-nb.de/swd/040728439" class="liexternal">„Insolvenz“ </a>mit den Unterbegriffen „Drohende Zahlungsunfähigkeit“ und „Insolvenzverhütung“.</address>
<address> </address>
<address>Aber neben der SWD existieren auch fachliche Thesauri, in diesem Fall ist der <a href="http://zbw.eu/stw/versions/latest/about" class="liexternal">Standard-Thesaurus Wirtschaft (STW) </a>einschlägig. Er kennt nur das Schlagwort <a href="http://zbw.eu/stw/versions/latest/descriptor/12302-3/about.de.html" class="liexternal">&#8220;Zahlungsunfähigkeit&#8221;</a>, u.a. mit dem Synonym &#8220;Insolvenz&#8221; sowie den Unterbegriffen &#8220;Bankinsolvenz&#8221;, &#8220;Privatinsolvenz&#8221; sowie &#8220;Staatsbankrott&#8221;.</address>
<address> </address>
<address>Nun zur Wikipedia. Hier gibt es zahlreiche Einträge, die das Thema Insolvenz detailliert aufschlüsseln, u.a. neben dem „Insolvenzprognoseverfahren“ das „Informelle Insolvenzprognoseverfahren“, „Optionspreismodelle als Insolvenzprognoseverfahren“, „Deterministische Simulationsmodelle als Insolvenzprognoseverfahren“ sowie „Anleihespreadbasierte Ansätze als Insolvenzprognoseverfahren“. Daneben gibt es die Einträge „Schätzgütemaße für kardinale Insolvenzprognosen“, „Schätzgütemaße für kategoriale Insolvenzprognosen“ und „Schätzgütemaße für ordinale Insolvenzprognosen“.</address>
<address> </address>
<address>Wie gesagt, mein Beispiel ist zufällig gewählt. Ich behaupte aber, daß es zumindest für die Wirtschaftswissenschaften typisch ist. Es wirft ein verheerendes Licht auf den Stand der Entwicklung und Anwendung nicht-kollaborativ gepflegter Thesauri. Es ist durchaus vorstellbar, daß wir uns in einigen Jahren um SWD, STW etc. und die mit ihnen erschlossene Literatur als ein zu rettendes kulturelles Erbe werden kümmern müssen.</address>
<h2>Ausblick: Wie kann man selbständige Literatur in und mit der Wikipedia erschließen?</h2>
<p>Auch die Sacherschließung selbständiger Literatur &#8212; also von Büchern, bei denen es sich nicht um Aufsatzsammlungen o.ä. handelt &#8212; in und mit der Wikipedia wäre einen Versuch wert. Zumal angesichts der maroden Alternativen, siehe den obigen Exkurs.</p>
<p>Anders als bei Online-Aufsätzen ist der Volltext von Büchern leider selten einen Mausklick weit entfernt. Mir fallen zwei Szenarien zur Sacherschließung von Büchern in und mit der Wikipedia ein:</p>
<ol>
<li> Viele Bücher werden im Bibliothekskatalog mittlerweile mit Verlags- oder Klappentexten, Rezensionen, Scans von Inhaltsverzeichnissen oder eingeschränkten kostenlosen Vorschauen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kataloganreicherung" rel="nofollow" class="liwikipedia">angereichert</a>. Denkbar wäre es, nur Bücher in die automatischen Vorschlagslisten aufzunehmen, die bereits mit solchen Materialien angereichert worden sind. Ich behaupte, daß sich viele Bücher allein schon anhand des Inhaltsverzeichnisses exakt und umfassend verschlagworten lassen.</li>
<li> In Kooperation mit einer Bibliothek bekommen Bücher beim Ausleihvorgang ein formschönes Papier-Lesezeichen. Darauf wird an den Benutzer appelliert, das jeweilige Buch in der Wikipedia-Bibliographie aufzurufen und zu prüfen, ob alles stimmt.</li>
</ol>
<h2>Ein Demonstrator für Dublin Core 2011?</h2>
<p>Vom 21.-23. September 2011 findet die <a href="http://dcevents.dublincore.org/index.php/IntConf/dc-2011" class="liexternal">DC-2011 in Den Haag</a> statt, die diesjährige Konferenz der Dublin Core Metadata Initiative, einer etablierten weltweiten Metadaten-Organisation. Kürzlich wurde die Deadline für Einreichungen auf den 30. April verlängert. Wer will dabei helfen, bis September einen kleinen Demonstrator zur Sacherschließung in und mit der Wikipedia zu bauen? Wenn sich das als machbar herausstellt, wäre bis zum 30. April ein englischsprachiges Abstract bei der DC-2011 einzureichen.</p>
<p>Abschließend bedanke ich mich herzlich bei <a href="http://www.bib.uni-mannheim.de/279.html" class="liexternal">Kai Eckert</a>, der mit einigen beiläufigen Bemerkungen bei einem Flurgespräch während des <a href="http://bibcamp.wordpress.com/2011/03/14/bib4-150-teilnehmerinnen-33-sessions-930-tweets/" class="liexternal">BibCamp 4</a> über Metadaten mit transparenter Herkunft und Geschichte sowie über die DC-2011 indirekt zu diesem Blogartikel beigetragen hat. <img src='http://biblionik.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Rezension: Dirk Wissen, Zukunft der Bibliographie &#8211; Bibliographie der Zukunft</title>
		<link>http://biblionik.de/2008/12/15/rezension-dirk-wissen-zukunft-der-bibliographie-bibliographie-der-zukunft/</link>
		<comments>http://biblionik.de/2008/12/15/rezension-dirk-wissen-zukunft-der-bibliographie-bibliographie-der-zukunft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2008 22:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lambert Heller</dc:creator>
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Im Folgenden dokumentiere ich die Pre-Print-Fassung einer Rezension, die ich für die heute erscheinende Ausgabe 2008/6 der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) geschrieben habe. Wissen, Dirk: Zukunft der Bibliographie &#8211; Bibliographie der Zukunft: Eine Expertenbefragung mittels Delphi-Technik in Archiven und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vom Schriftenverzeichnis zum Informationsraum &#8211; die Entwicklung [...]]]></description>
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<abbr class="unapi-id" title="http://biblionik.de/?p=75"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Im Folgenden dokumentiere ich die Pre-Print-Fassung einer Rezension, die ich für die heute erscheinende Ausgabe 2008/6 der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) geschrieben habe.</p>
<p><span id="more-75"></span></p>
<p><strong><em>Wissen</em></strong>, Dirk:<br />
Zukunft der Bibliographie &#8211; Bibliographie der Zukunft: Eine Expertenbefragung mittels Delphi-Technik in Archiven und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vom Schriftenverzeichnis zum Informationsraum &#8211; die Entwicklung bibliographischer Informationen hin zu mediographischen Daten für die germanistische Applikation bei Literaturportalen wie beispielsweise einer Mediographie bzw. Wikigraphie / Dirk Wissen. &#8211; <a href="http://www.logos-verlag.de/cgi-bin/engbuchmid?isbn=1777&amp;lng=deu&amp;id=" class="liexternal">Berlin : Logos, 2007.</a> &#8211; 456 S.<br />
ISBN: 978-3-8325-1777-9 kt. : 56,00 Euro</p>
<p>Was grenzt eine Bibliographie von einem Bibliothekskatalog oder auch einem Literaturverzeichnis ab? Welche Gegenstände, Personen(gruppen) und Räume sind lohnende Objekte einer jeweils eigenständigen und möglichst umfassenden bibliographischen Erschließung? Wie kann eine solche Erschließung für die Literatur Suchenden wirklich nützlich sein? &#8211; Fragen wie diese zeigen, wie groß und wie schwer zu fassen das Konzept &#8220;Bibliographie&#8221; bisher schon immer war.  Wie viel komplexer und anspruchsvoller das Bereitstellen einer zeitgemäßen, nützlichen bibliographischen Dienstleistung im Internetzeitalter ist, hat sich der Bibliothekar Dirk Wissen in seinem Buch &#8220;Zukunft der Bibliographie &#8211; Bibliographie der Zukunft&#8221; gefragt. Es dürfte sich um eine der ersten deutschsprachigen Dissertationsschriften handeln, die explizit den Themenbereich &#8220;Bibliothek 2.0&#8243; und &#8220;Archiv 2.0&#8243; behandeln. Diese beiden Stichworte spielen auf das &#8220;Web 2.0&#8243; an, einen Begriff, mit dem der Computer-Buchverleger Tim O&#8217;Reilly 2005 eine grobe begriffliche Zusammenfassung neuerer, partizipativer Entwicklungen im Internet, wie beispielsweise das freie Online-Lexikon Wikipedia, prägte.</p>
<p>Wissen versucht, anhand von Einschätzungen und Erwartungen der Leiter einiger bedeutender Archive, Bibliotheken und Informationseinrichtungen im deutschen Sprachraum herauszufinden, wie bibliographische Dienstleistungen der nahen Zukunft aussehen könnten. Kommerzielle Unternehmen sind dabei nur mit einer Institution vertreten, dem ekz, während traditionelle Universitätsbibliotheken recht zahlreich repräsentiert sind. Akkurat und nachvollziehbar führte der Autor über mehrere Runden Interviews mit diesem Personenkreis durch, legt den Befragten Thesen vor und lässt sie diese bewerten.</p>
<p>In dieser sogenannten Delphi-Studie kristallisiert sich der Wunsch nach einem Web-Portal heraus, das Eigenschaften heutiger bibliographischer Datenbankangebote mit Eigenschaften des Web 2.0 ergänzt. Bis ungefähr 2015 soll den Befragungs-Ergebnissen zufolge ein von mehreren Einrichtungen als &#8220;Wikigraphie &#8221; oder &#8220;Mediographie&#8221; kooperativ betriebenes Literaturportal entstehen können. Die Betonung liegt dabei auf &#8220;können&#8221; &#8211; Wissen legt wert darauf, weder die Befragten über alternative Szenarien entscheiden zu lassen, noch eine Prognose zu treffen. Vielmehr habe sein Szenario einen &#8216;orientierenden&#8217; Charakter. Das Szenario einer Mediographie stehe dabei für die Integration von bibliographischer Information und dem Vollzugriff auf die (textuellen und nicht-textuellen) Medieninhalte. Wikigraphie meint eine &#8220;Schicht&#8221; der Benutzerinteraktion eines Portals, das eine unter ökonomischen und qualitativen Aspekten wünschenswerte Anreicherung &#8216;qualitätsgesicherter Stammdaten&#8217; durch Benutzer erlaubt.</p>
<p>Nun weckt der Begriff &#8220;Portal&#8221; unweigerlich Assoziationen an Vorstellungen zentralisierter Informationsverzeichnisse im Web, wie sie in den 90er Jahren verbreitet waren. Dem Autor der Studie kann man das nur bedingt zum Vorwurf machen. Er erfüllt lediglich die selbstgestellte Aufgabe, aus den Aussagen der deutschen Bibliotheks-Entscheider deren Vorstellung von einer &#8220;Zukunft der Bibliographie&#8221;  zu destillieren. Es überrascht kaum, dass sich diese Vorstellung vom in der Fachöffentlichkeit vorherrschenden Bild der Bibliothek 2.0 unterscheidet &#8211; denn dort wird die Bearbeitung dieses Themas gern einer ganz anderen Generation überlassen, sozusagen den &#8220;jungen Wilden&#8221; des Bibliothekswesens.</p>
<p>Dennoch ist es bedauerlich, dass in den 2005 und 2006 stattgefundenen Befragungs-Runden gleich mehrere Ansätze außen vor geblieben sind, an denen sich modellhaft die Entwicklung der Bibliographie unter den Bedingungen des Webs 2.0 hätte beobachten lassen. Der 2004 von Richard Cameron gegründete bibliographische Social-Bookmarking-Dienst CiteULike und seine zahlreichen Nacheiferer werden nicht erwähnt. Auch das ebenfalls 2004 entstandene Wikisource-Projekt, bei dem digitalisierte Dokumente unter einer freien Lizenz veröffentlicht und von Freiwilligen beschrieben und textlich erfasst werden, findet keine Erwähnung. Und auch LibraryThing, ein 2005 entstandener Webdienst, der seine Benutzer mit großem Erfolg zur Katalogisierung, &#8220;Anreicherung&#8221; und Vernetzung ihrer privaten Buchsammlungen einlädt, fehlt leider, einschließlich aller Konkurrenzunternehmen.</p>
<p>Das ist deshalb bedauerlich, weil die für das Internet charakteristische Dezentralisierung der bibliographischen Informationsströme gerade durch Dienste wie CiteULike einen erheblichen Popularitäts- aber auch Forschungs- und Entwicklungsschub erfahren hat. Man betrachte nur die Flut der fachlichen Veröffentlichungen über bibliographische Social-Bookmarking-Dienste in den fachlichen Repositories DLIST und E-LIS sowie in den anglophonen Fachzeitschriften seit etwa 2004. Einige mit diesen Diensten zusammenhängende Themen werden von Wissen durchaus berührt. Er findet zum Beispiel mit den Experten heraus, dass das Semantic Web Bestandteil des medio- bzw. wikigraphischen Portals sein müsse. (S. 203) Aber die bloße Nennung des Semantic Web lässt nichts von den Spannungen ahnen, die es für das soziale Verhältnis von Zentrum und Peripherie der bibliographischen Information birgt, wenn die partizipativen Strukturen des Web 2.0 und das Semantic Web zusammen kommen. Web 2.0-typische Webservices kombiniert mit den Normdateien der Deutschen Nationalbibliothek würden etwa bedeuten, dass jeder, überall, auch in einem Dienst wie CiteULike, in Wikisource oder in einem eigenen Weblog, Verknüpfungen zu einem Schlagwort erzeugen kann. Ohne also abzuwarten, ob ihm im Jahr 2015 in einem zentralen Portal der traditionellen bibliographischen Diensteanbieter eine &#8216;Mitmach-Schicht&#8217; zugewiesen wird, in der er dann ein wenig mit-erschließen darf. Der Autor gibt in seinem Resümee  zu Erkennen, dass er durchaus um die Eigendynamik seines Gegenstands und die Eigenwilligkeit der Benutzer weiß. (S. 326 f.) Ob das auch für auch die interviewten Sprecher dieses Delphi-Orakels der bibliographischen Zukunft gilt, muss nach der Lektüre des Buchs allerdings dahingestellt bleiben.</p>

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