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Googles Knol – keine Konkurrenz für die Wikipedia

Googles neue Publikationsplattform Knol wurde bereits vor einem halben Jahr angekündigt und ist nun freigeschaltet worden.

Vielleicht haben Danny Sullivan, Torsten Kleinz und andere recht, und Google muß allein schon deshalb einen solchen Versuchsballon starten, weil Konkurrenten wie Yahoo mit Answers bereits eigene Produkte auf dem Markt “Wissensplattformen mit User Generated Content als Anzeigenumfeld” platziert haben.

Ein interessantes Nebenprodukt von Knol ist zwar die Idee eines Quasi-Wikis, in dem der ursprüngliche Autor die Kontrolle über seinen Artikel behält und optional Kollaboration erlauben kann. Warum auch ein solches innovatives Moment Knol nicht zu einem Renner machen wird, will ich — gestützt auf die Vorarbeiten einiger anderer Blog-Autoren — in diesem Beitrag kurz erläutern.

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Nicht reden, zeigen! Ein visueller Nachtrag über die Ordnung in und zwischen den Blogs

Im Weblog “Steuereule” des GfKl-Workshop-Teilnehmers Rainer Duepow kam folgende Kritik:

Neben einem Hinweis auf sein neues eigenes Blog sprach sich H. wie gewohnt engagiert für ein Blog aus, auf den Titel seines Vortrages ging er jedoch eigentlich nicht ein: Ordnung im Blog. Wie von H. gewohnt steht sein Beitrag natürlich schon bereit:
Beitrag Heller GfKl 2008

Leider blieb also der erste Teil, in dem ich das neue Medium überhaupt erst einmal vorstellen mußte, offensichtlich besser in Erinnerung als alles, worum es danach ging. Und ich bin daran nicht ganz unschuldig:

Weblogs sind mittlerweile ein halbwegs vertrauter Anblick geworden. Meiner These zufolge sind es jedoch (1.) fortgeschrittene Erschließungsmöglichkeiten für Weblog-Autoren sowie (2.) Community-Aggregatoren, die Ordnung ins Blog bzw. unter die Blogs bringen. Und dies beides ist schon weit weniger vertraut. Deswegen hole ich jetzt und hier nach, was ich schon während der Präsentation hätte tun sollen: Ich zeige, was ich meine.

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Multiple Katalog-Anreicherung, das Sortieren in Blogs und die SWD 2.0 – Bericht von der GfKl-Tagung in Hamburg

Hier mein höchst selektiver Bericht vom bibliothekarischen Workshop der GfKl-Tagung vergangene Woche (vgl. die Ankündigung im letzten Beitrag).

Der Bericht handelt von

  1. Kataloganreicherung auf vielen Wegen und aus vielen Quellen,
  2. dem Problem “zu vieler, überflüssiger Informationen aus Webmedien”, und wie man es mit Hilfe des Web 2.0 und seinen Communities löst,
  3. der Notwendigkeit einer Schlagwortnormdatei 2.0,
  4. der Verwandlung von Schlagwortnormdaten und Verschlagwortungs-Regeln in bessere Benutzeroberflächen für das Tagging sowie
  5. beispielhaften Schritten einer kleinen Unibibliothek auf dem Weg zur Bibliothek 2.0.

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Ordnung im Blog – Praktiken des Bloggens

Unter diesem, vielleicht etwas merkwürdig anmutenden, Titel halte ich morgen eine Präsentation im bibliothekarischen Workshop der Jahrestagung der Gesellschaft für Klassifikation (GFKL). Zwei oder drei Gedanken, die ich dort ausführen möchte:

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Ein neues Blog, ein eigenes Blog!

  1. Wir leben in aufregenden Zeiten. Das Internet hat gerade erst damit begonnen, die Wissensorganisation (und nicht zuletzt auch die Bibliothek) zu revolutionieren.
  2. Nein, anders: Nicht das Internet revolutioniert die Wissensorganisation, sondern wir tun es. Nur einige wesentliche Bedingungen, unter denen wir als Informations-Profis tätig sind, wälzen sich gerade um.
  3. Sich an dieser Umwälzung nicht zu beteiligen ist keine Alternative. Und es gibt auch keine Alternative dazu, eigene Erfahrungen mit dem Neuen zu sammeln, nicht zuletzt durch ein eigenes Weblog (eventuell mit Hilfe von KollegInnen). Erfahrungen können theoretische Reflexion und strategische Pläne nicht ersetzen, aber es gibt auch keine Erkenntnis, die nicht bei der Erfahrung anhebt.
  4. Partizipative Medien wie Weblogs machen noch besser erkennbar, daß Reflexion und Strategien nicht bloß Produkte einzelner sind, sondern daß sie fast immer am Ende eines engagierten Austauschs vieler stehen. Daß der formelle Status der an dem Austausch Beteiligten, ihre Institutionszugehörigkeiten etc. zu diesem Austausch wenig beitragen, wird ebenfalls immer klarer. Erst als Teil einer informellen Community of Practice sind WissensarbeiterInnen produktiv. Mit einem Blog können sie ihrer Community etwas davon zurückgeben.
  5. Von Informations-Profis als “wir” zu sprechen (siehe 2.) ist unumgänglich (und es macht Spaß). Allerdings sind wir — Überraschung! — nicht der Nabel der Welt, und nicht einmal der Nabel des Internets. Umgekehrt: Wir sollten uns intensiv mit Online-Communities beschäftigen, uns mit ihnen austauschen und uns mit ihnen vermischen. Damit verändert sich auch das reine, ursprüngliche “Wir” der Bibliothekare, Dokumentare, Archivare etc. — wenn es das denn jemals gegeben haben sollte. Ohne vernetzte BibliothekarInnen keine Zukunft der Bibliothek.
  6. Der Titel dieses Blogs ist daher nicht nur Wortspielerei. Bionics (dt. Bionik) unterstellt der Natur raffinierterweise eigene Zwecke, um Eigenschaften der belebten Natur als “Werkzeuge” interpretieren und sie dann anschließend für menschliche Zwecke kopieren und remixen zu können. In gewisser Weise soll sich Biblionik mit der Web-Natur beschäftigen, stets mit den bibliothekarischen Erfahrungen und Zwecken vor Augen.
  7. Wer und wie viele dieses Blog lesen und darauf reagieren werden ist mir zwar nicht egal, aber ich will es auch unabhängig davon schreiben. Jeder Brief Blog-Beitrag erreicht seinen Adressaten. Lilia Efimova begründet in ihrer Blog-Forschung übrigens, warum das viele Blog-AutorInnen so sehen
  8. Viel Spaß beim Entdecken, Überfliegen, Lesen, Kommentieren und Remixen! Um diesen Spaß nicht zu beschränken sollen die Blog-Beiträge hier nicht (nicht immer jedenfalls) so lang werden wie viele der ca. 1.000 Beiträge, die ich zwischen 2004 und 2008 im netbib weblog veröffentlicht habe. Deswegen ist dieses Miniatur-Manifest hier bereits zuende. Aber wer weiß, vielleicht werden auch noch ein Punkt 9 oder 10 in weiteren Blog-Beiträgen folgen?